Omega-News - Doch Klage wegen „Wertminderung“?
January 9th, 2006
04:44 pm

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Doch Klage wegen „Wertminderung“?
Amareg-Nachbarn machen mobil gegen Mobilfunk
Mittelbayerische Zeitung Regensburg, 05.01.06

Von Thomas Rieke, MZ

SCHWABELWEIS. Nach den anfänglichen Gefühlen der Wut und Ohnmacht wollen sich Anwohner der neuen Mobilfunk-Sender auf dem Gelände der Firma Amareg nun doch zur Wehr setzen. Peter Neumann aus der Friedhofstraße 2 zeigte sich gestern entschlossen, zusammen mit einem Nachbarn vor Gericht zu ziehen. Der Grund: die Sorge, seine Immobilie könnte deutlich an Wert verloren haben.

17 Jahre wohnen die Neumanns in der Schwabelweiser Friedhofstraße. Als sie ihr Haus bauten, störten sie sich weder an der Hochspannungsleitung, noch an der damaligen Heyden-Chemie in unmittelbarer Nähe. Das Verhältnis zur Firmenleitung sei stets ausgezeichnet gewesen.

Nun aber ist alles anders: Die Neumanns und ihr befreundeter Nachbar fühlen sich vom jetzigen Immobilieneigentümer HPR und dem Arzneimittelhersteller Amareg überrumpelt. Als man sich an die dortige Geschäftsführung gewandt habe, sei man auf wenig Verständnis für die eigenen Sorgen gestoßen. Man sei vielmehr kühl abserviert worden.

Während sich Angelika Neumann sehr bald mit der neuen Lage abzufinden schien („Da kann man nichts machen“), will ihr Mann Peter die Sache nicht so schnell auf sich beruhen lassen. Zusammen mit seinem Nachbarn möchte er klagen. Ihn treibt nicht so sehr die Angst vor gesundheitlichen Risiken durch Mobilfunkstrahlen um. Vielmehr fürchtet Neumann einen drastischen Wertverlust seines Hauses. Verlaufen die Gespräche mit ihrem Rechtsschutz positiv, wollen Neumann und sein Verbündeter gegen den Mobilfunk mobil machen.

Was den Immobilienwert angeht, so haben die Regensburger Mobilfunkkritiker Stadt und Land schon mehrfach vor Einbußen gewarnt. Sie berufen sich dabei auf eine Umfrage des Rings Deutscher Makler aus dem Jahr 2003, wonach Häuser und Wohnungen zwischen 5 und 50 Prozent an Wert verlieren, abhängig von Nähe und Anzahl der Antennen im Umfeld. Die Neumanns wohnen direkt neben dem Hochregallager von Amareg, auf dem vier Mobilfunknetzbetreiber nicht weniger als acht Sender nutzen. Peter Neumann: „Die Optik ist fürchterlich.“

Anm.: Immerhin hat die Mittelbayerische Zeitung aus der BI-Stellungnahme zitiert. Hier die komplette Pressemitteilung:

SCHWABELWEIS: UNSACHLICHE MOBILFUNK-KRITIKER?

Dass die Kritik der Anlieger an der Installation von 8 Mobilfunksendeanlagen auf einem Industriegebäude in der Donaustaufer Straße in Schwabelweis unsachlich sei, kann die BI Mobilfunkkritiker Regensburg Stadt und Land nicht akzeptieren. Rolf Kusebauch, Geschäftsführer der Amareg GmbH Pharma, die in dem ehemaligen Chemiewerk Heyden Arzneimittel herstellt, habe sich genau erkundigt: es bestünden weder Gefahr noch Risiko.

„Da stellt sich als erstes die Frage, wo sich Herr Kusebauch erkundigt hat“, so Karin Piller von der BI. Die Sorge der Anlieger, ihre Immobilien könnten an Wert verlieren, sei sehr wohl berechtigt. Eine bereits 2003 durchgeführte Umfrage unter Mitgliedern des Rings Deutscher Makler habe ergeben, dass Häuser und Wohnungen zwischen 5 und 50% an Wert verlieren, abhängig von Nähe und Anzahl der Antennen im Umfeld. In einem Verkehrswertgutachten, das die Stadt München für ihre Liegenschaften in Auftrag gegeben hatte, sei man zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Antennen hätten auf zumindest einen Teil der Kauf- oder Mietinteressenten eine abschreckende Wirkung; damit würden die Vermarktungschancen erschwert, die Vermarktungsdauer verlängert und somit der Wert gemindert. „Mit zunehmender Bekanntheit dieser Problematik wird sich herausstellen, ob Wohnungen im Nahbereich von Mobilfunkmasten generell ähnlich ‚günstig‘ werden wie an stark befahrenen Straßen“, so Karin Piller.

Auch die Gesundheitsbedenken der Anlieger sieht die BI-Sprecher Jiri Polivka für berechtigt: „Es gibt unzählige wissenschaftliche Studien, in deren Ergebnis sich der Finanzier wiederspiegelt: Mobilfunkbetreiber-finanzierte Studien besagen, dass alles harmlos ist. Frei finanzierte Studien weisen irreparablen Gesundheitsschäden auf.“ Es sei aber bis vor kurzem nie jemand auf die Idee gekommen, Anlieger im Umfeld von Mobilfunkantennen in der Praxis zu untersuchen. Erst im letzten Jahr hätte eine Ärzteinitiative in Oberfranken die Patientenkarteien mit unerklärlichen
Befindlichkeitsstörungen mit Antennenstandorten verglichen. Das Ergebnis überraschte nicht: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, allgemeines Unwohlsein, Tinnitus und schlussendlich stark erhöhtes Krebsaufkommen konzentrierten sich um Senderstandorte. Gestützt würden diese Erkenntnisse durch Erfahrungen aus dem Ausland: Spanien, Frankreich und Israel hätten bereits massiv Antennen in der Nähe von Schulen abgebaut, nachdem es dort zu außergewöhnlich gehäuften Krebsfällen bei Kindern gekommen sei.

„Festzuhalten ist, dass die Strahlung das Immunsystem schwächt. Das trifft dann jeden da, wo er ohnehin seine Schwächen hat – Allergien, Migräne, Tagesmüdigkeit, Herzrhythmusstörungen – eben ein uneinheitliches Krankenbild, was die Beweislage erschwert“, so das Resümee des BI-Sprechers.

Auch der Aussage der Vodafone-Pressesprecherin, der Grenzwert werde bei den Sendeanlagen in der Donaustaufer Straße 378 definitiv eingehalten, steht die BI mit Skepsis gegenüber. Kürzlich habe man nämlich im Schweizer Kanton Wallis den Aufbau von UMTS-Sendemasten per Staatsratsbeschluss gestoppt mit der Begründung, die Abstrahlung sei nicht messbar und damit sei nicht gewährleistet, dass der Grenzwert eingehalten werde. „Wobei hinzuzufügen ist, dass der Schweizer Vorsorge-Grenzwert ohnehin um das Hundertfache unter dem deutschen Grenzwert liegt. Der deutsche Grenzwert schützt mehr die Industrie vor Regressansprüchen als den Menschen vor Gesundheitsschäden“, so Karin Piller.

Nachricht von Karin Piller
BI Mobilfunkkritiker Regensburg Stadt und Land
http://www.mobilfunkkritiker-regensburg.de
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Amareg-Nachbarn machen mobil gegen Mobilfunk
Mittelbayerische Zeitung Regensburg, 05.01.06

Von Thomas Rieke, MZ

SCHWABELWEIS. Nach den anfänglichen Gefühlen der Wut und Ohnmacht wollen sich Anwohner der neuen Mobilfunk-Sender auf dem Gelände der Firma Amareg nun doch zur Wehr setzen. Peter Neumann aus der Friedhofstraße 2 zeigte sich gestern entschlossen, zusammen mit einem Nachbarn vor Gericht zu ziehen. Der Grund: die Sorge, seine Immobilie könnte deutlich an Wert verloren haben.

17 Jahre wohnen die Neumanns in der Schwabelweiser Friedhofstraße. Als sie ihr Haus bauten, störten sie sich weder an der Hochspannungsleitung, noch an der damaligen Heyden-Chemie in unmittelbarer Nähe. Das Verhältnis zur Firmenleitung sei stets ausgezeichnet gewesen.

Nun aber ist alles anders: Die Neumanns und ihr befreundeter Nachbar fühlen sich vom jetzigen Immobilieneigentümer HPR und dem Arzneimittelhersteller Amareg überrumpelt. Als man sich an die dortige Geschäftsführung gewandt habe, sei man auf wenig Verständnis für die eigenen Sorgen gestoßen. Man sei vielmehr kühl abserviert worden.

Während sich Angelika Neumann sehr bald mit der neuen Lage abzufinden schien („Da kann man nichts machen“), will ihr Mann Peter die Sache nicht so schnell auf sich beruhen lassen. Zusammen mit seinem Nachbarn möchte er klagen. Ihn treibt nicht so sehr die Angst vor gesundheitlichen Risiken durch Mobilfunkstrahlen um. Vielmehr fürchtet Neumann einen drastischen Wertverlust seines Hauses. Verlaufen die Gespräche mit ihrem Rechtsschutz positiv, wollen Neumann und sein Verbündeter gegen den Mobilfunk mobil machen.

Was den Immobilienwert angeht, so haben die Regensburger Mobilfunkkritiker Stadt und Land schon mehrfach vor Einbußen gewarnt. Sie berufen sich dabei auf eine Umfrage des Rings Deutscher Makler aus dem Jahr 2003, wonach Häuser und Wohnungen zwischen 5 und 50 Prozent an Wert verlieren, abhängig von Nähe und Anzahl der Antennen im Umfeld. Die Neumanns wohnen direkt neben dem Hochregallager von Amareg, auf dem vier Mobilfunknetzbetreiber nicht weniger als acht Sender nutzen. Peter Neumann: „Die Optik ist fürchterlich.“

Anm.: Immerhin hat die Mittelbayerische Zeitung aus der BI-Stellungnahme zitiert. Hier die komplette Pressemitteilung:

SCHWABELWEIS: UNSACHLICHE MOBILFUNK-KRITIKER?

Dass die Kritik der Anlieger an der Installation von 8 Mobilfunksendeanlagen auf einem Industriegebäude in der Donaustaufer Straße in Schwabelweis unsachlich sei, kann die BI Mobilfunkkritiker Regensburg Stadt und Land nicht akzeptieren. Rolf Kusebauch, Geschäftsführer der Amareg GmbH Pharma, die in dem ehemaligen Chemiewerk Heyden Arzneimittel herstellt, habe sich genau erkundigt: es bestünden weder Gefahr noch Risiko.

„Da stellt sich als erstes die Frage, wo sich Herr Kusebauch erkundigt hat“, so Karin Piller von der BI. Die Sorge der Anlieger, ihre Immobilien könnten an Wert verlieren, sei sehr wohl berechtigt. Eine bereits 2003 durchgeführte Umfrage unter Mitgliedern des Rings Deutscher Makler habe ergeben, dass Häuser und Wohnungen zwischen 5 und 50% an Wert verlieren, abhängig von Nähe und Anzahl der Antennen im Umfeld. In einem Verkehrswertgutachten, das die Stadt München für ihre Liegenschaften in Auftrag gegeben hatte, sei man zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Antennen hätten auf zumindest einen Teil der Kauf- oder Mietinteressenten eine abschreckende Wirkung; damit würden die Vermarktungschancen erschwert, die Vermarktungsdauer verlängert und somit der Wert gemindert. „Mit zunehmender Bekanntheit dieser Problematik wird sich herausstellen, ob Wohnungen im Nahbereich von Mobilfunkmasten generell ähnlich ‚günstig‘ werden wie an stark befahrenen Straßen“, so Karin Piller.

Auch die Gesundheitsbedenken der Anlieger sieht die BI-Sprecher Jiri Polivka für berechtigt: „Es gibt unzählige wissenschaftliche Studien, in deren Ergebnis sich der Finanzier wiederspiegelt: Mobilfunkbetreiber-finanzierte Studien besagen, dass alles harmlos ist. Frei finanzierte Studien weisen irreparablen Gesundheitsschäden auf.“ Es sei aber bis vor kurzem nie jemand auf die Idee gekommen, Anlieger im Umfeld von Mobilfunkantennen in der Praxis zu untersuchen. Erst im letzten Jahr hätte eine Ärzteinitiative in Oberfranken die Patientenkarteien mit unerklärlichen
Befindlichkeitsstörungen mit Antennenstandorten verglichen. Das Ergebnis überraschte nicht: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, allgemeines Unwohlsein, Tinnitus und schlussendlich stark erhöhtes Krebsaufkommen konzentrierten sich um Senderstandorte. Gestützt würden diese Erkenntnisse durch Erfahrungen aus dem Ausland: Spanien, Frankreich und Israel hätten bereits massiv Antennen in der Nähe von Schulen abgebaut, nachdem es dort zu außergewöhnlich gehäuften Krebsfällen bei Kindern gekommen sei.

„Festzuhalten ist, dass die Strahlung das Immunsystem schwächt. Das trifft dann jeden da, wo er ohnehin seine Schwächen hat – Allergien, Migräne, Tagesmüdigkeit, Herzrhythmusstörungen – eben ein uneinheitliches Krankenbild, was die Beweislage erschwert“, so das Resümee des BI-Sprechers.

Auch der Aussage der Vodafone-Pressesprecherin, der Grenzwert werde bei den Sendeanlagen in der Donaustaufer Straße 378 definitiv eingehalten, steht die BI mit Skepsis gegenüber. Kürzlich habe man nämlich im Schweizer Kanton Wallis den Aufbau von UMTS-Sendemasten per Staatsratsbeschluss gestoppt mit der Begründung, die Abstrahlung sei nicht messbar und damit sei nicht gewährleistet, dass der Grenzwert eingehalten werde. „Wobei hinzuzufügen ist, dass der Schweizer Vorsorge-Grenzwert ohnehin um das Hundertfache unter dem deutschen Grenzwert liegt. Der deutsche Grenzwert schützt mehr die Industrie vor Regressansprüchen als den Menschen vor Gesundheitsschäden“, so Karin Piller.

Nachricht von Karin Piller
BI Mobilfunkkritiker Regensburg Stadt und Land
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